Selbstversorgung im Frühjahr

Die Selbstversorgung im Frühjahr ist wie das Erwachen nach einem erholsamen Schlaf!

Alle, die mit der Selbstversorgung im Frühjahr anfangen wollen, haben sich genau die richtige Jahreszeit ausgesucht. Noch ruht der Acker, die Bete sind noch braun, doch die immer stärker werdenden Sonnenstrahlen, wärmen den Boden und alles steht in den Startlöchern.

Jetzt heißt es: Samen auspacken und ab damit in die Erde, denn die meisten Gemüse, Kräuter und Früchte brauchen eine ganze Zeit kuscheliger Wärme auf der Fensterbank um vorzukeimen. Sind die Pflänzchen dann bis Mitte Mai aus den Kinderschuhen, kann man sie direkt nach den Eisheiligen in den Garten pflanzen.

Die Selbstversorgung im Frühjahr – Jungpflanzen vorziehen oder direkt säen

Tomaten, Paprika und Auberginen gehören zu den Nachtschattengewächsen. Das heißt sie brauchen Nachts ausreichend hohe Temperaturen und tagsüber viel Sonnenlicht, um daraus (mittels Photosynthese) Kohlenhydrate umzuwandeln, die sie zum gesunden Wachstum brauchen. Die besten Bedingungen für ihre Anzucht ist eine nicht zu warme Fensterbank ohne Heizung, dafür mit voller Sonneneinstrahlung. Da Tomaten eine ausreichende Größe haben sollten, bevor sie in den Garten gepflanzt werden, fangen wir bereits im März mit ihrer Anzucht an. Nach 8 bis 10 Wochen sind die Pflänzchen dann so stark und kräftig, dass sie sich auch auf dem Acker durchsetzen. Was viele nicht wissen: Tomaten sind relativ anspruchslose Gewächse, die sich sogar in der Wohnung anbauen lassen. Eine große Fensterbank mit viel Sonnenlicht, ausreichend große Töpfe und eine Stützhilfe für die ausgewachsenen Pflanzen reichen aus, um bis spät in den Herbst hinein Freude an den Tomaten zu haben.

Tipp: Tomaten pflanzen im Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank
Tipp: Tomaten auf der Fensterbank pflanzen

Der meiste Salat und einiges an Blattgemüse kann auch direkt in den Boden gesät werden, so spart man sich den Platz für die Vorsicht und die Arbeit des Pikierens. Je nach Region und Wetter fängt man damit schon ab Ende März bzw. Anfang April an. Um den ganzen Sommer über frischen Salat aus dem Garten zu haben, sät man einfach alle 14 Tage ein paar Samen nach. Salat braucht ca. 10-14 Tage zum Keimen und ist nach weiteren 8 bis 10 Wochen ist der Salatkopf bereit zur Ernte. Auch Radieschen und Rettich kommen direkt in die Bete, denn sie vertragen auch kalte Temperaturen bei der Anzucht.

Die Selbstversorgung im Frühjahr – Bodenbearbeitung

Doch als erstes müssen die Beete im Gemüsegarten vorbereitet werden. Altes Pflanzenmaterial, Unkraut bzw. Beikraut, Steine und alles was sich über den Winter dort angesammelt hat muss raus. Danach bekommt der Boden eine Frühjahrskur aus Kompost oder natürlichem Dünger und eine Dusche mit Schachtelhalmbrühe, die für starkes Pflanzenwachstum und Pflanzengesundheit sorgt.

Der ideale Boden für den Gemüseanbau ist leicht sauer und hat einen pH-Wert von 6-6,5. Am besten eignen sich Mischböden aus Lehm und Sand, die einen ausreichenden Humusgehalt haben. Handelsübliche Blumenerde wird oft billig in den großen Gartendiscountern angeboten. Grundsätzlich ist sie meistens nicht ungeeignet für Gemüse in Topfkultur, denn sie ist ausreichend locker und gut durchlässig, speichert aber dennoch das Wasser. Auch die Inhaltsstoffe sind meistens nicht bedenklich und schaden weder dem Gemüse noch dem der es essen möchte. Allerdings sollte man auf den Kauf von Torfhaltiger Erde verzichten, denn für Torf werden die Hochmoore abgebaut. Dadurch wird nicht nur der Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere gefährdet, die Moore gelten auch als CO2 Speicher, die der Abbau zerstört und das Treibhausgas freisetzt.

Die Selbstversorgung im Frühjahr – Ostern nicht vergessen

Und dann fällt uns ein, dass auch Ostern schon bald wieder vor der Tür steht! An den Obstbäumen im Garten zeigen sich die ersten Knospen, noch klein und fest verschlossen, aber wir haben gelernt, dass sich diese im Haus innerhalb weniger Wochen öffnen und anfangen wunderschön zu blühen. Also schneiden wir jetzt schon den Osterstrauch und stellen ihn in den kühlen Vorraum. Passend zum Osterfest fangen auch unsere Hühner wieder an fleissig Eier zu legen. Die bunte Truppe verschiedener Rassen legt nicht nur die klassisch hellbraunen und weißen Eier, sondern auch schokoladenbraune, olivgrüne und sogar hellblaue Eier. So haben wir unsere Ostereier ohne großes Zutun in den schönsten Farben und für gelbe bzw. rote Eier, haben wir ein paar Tricks, um sie auf natürliche Weise zu färben.

Tipp: Ostereier natürlich färben
Tipp: klassisches Ostergebäck selber machen

Für Ostern werden jedes Jahr beim Schäfer im Nachbardorf die Lämmer geschlachtet. Da wir zu besonderen Anlässen auch Fleisch essen, dieses aber nicht im Supermarkt kaufen wollen, ist es die beste Gelegenheit den Osterlamm Braten zu besorgen. Da es direkt vom Schäfer meistens keine einzelnen Bratenstücke gibt, sondern nur halbe bzw. ganze Lämmer, versorgen wir uns so gleich fürs ganze Jahr mit feinem Lammfleisch. Aus den vielen kleinen Stücken, wie den Vorderläufen und dem Nacken, machen wir köstlichen Lammeintopf oder ein echtes, arabisches Lamm Curry. Die Keulen sind der perfekte Lammkeulen Braten und das Lammfilet heben wir uns bis zum Schluss auf und essen es als kurzgebratenes Lammsteak.

Tipp: die besten Lamm Rezepte
Tipp: die besten Osterbraten Rezepte

Die Selbstversorgung mit Fleisch führt uns immer wieder vor Augen, wie wertvoll das Lebensmittel Fleisch ist. Anstatt in den Supermarkt zu gehen und dort wie selbstverständlich einen Braten zu kaufen, wissen wir, dass für unseren Fleischgenuss ein Tier geschlachtet wird. Um so bewusster sind wir in unserem Fleischkonsum und beschränken uns auf einen seltenen Sonntagsbraten.

Doch genug geredet, da ich die Frau unseres Biobauern bin, ruft draußen die Arbeit und ich muss in den Garten!

Selbstversorgung und Rezepte im Frühjahr


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