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Selbstversorgung im Frühjahr

Selbstversorgung im Frühjahr

Selbstversorgung im Frühjahr für Einsteiger und Profis

Wer mit der Selbstversorgung im Frühjahr anfangen will, hat sich genau die richtige Jahreszeit ausgesucht. Noch ruht der Acker, die Bete sind noch braun, doch die immer stärker werdenden Sonnenstrahlen wärmen den Boden. Alles steht in den Startlöchern, es ist die perfekte Jahreszeit, um sich an das Thema Gemüseanbau im eigenen Garten oder Gemüse auf dem Balkon zu machen.

Jetzt heißt es: Gemüse für den Eigenanbau aussuchen, Samen sortieren, Beete vorbereiten, Düngen und dann ab damit in die Erde. Die meisten Gemüse, Kräuter und Früchte brauchen eine ganze Zeit kuscheliger Wärme auf der Fensterbank um vorzukeimen. Sind die Pflänzchen dann bis Mitte Mai aus den Kinderschuhen, kann man sie direkt nach den Eisheiligen in den Garten pflanzen.

Jungpflanzen vorziehen oder direkt säen

Die Voranzucht von Gemüse macht oft Sinn, denn viele Sorten haben eine lange Keimdauer. Um den ersehnten Tag der ersten Ernte zu beschleunigen, fangen wir bereits im März an, unser Gemüse in Anzuchtschalen auszusäen. Manches wird im Anschluß noch pikiert, anderes kommt in etwas größere Töpfe und dann direkt ins Freie.

Tomaten, Paprika und Aubergine selber anbauen

Tomaten, Paprika und Auberginen ziehen wir schon im zeitigen Frühjahr vor, denn sie brauchen 8 bis 10 Wochen um zu kräftigen Pflanzen zu werden. Alle 3 gehören zu den Nachtschattengewächsen. Das heißt sie brauchen Nachts ausreichend hohe Temperaturen und tagsüber viel Sonnenlicht, um daraus (mittels Photosynthese) Kohlenhydrate umzuwandeln, die sie zum gesunden Wachstum brauchen. Die besten Bedingungen für ihre Anzucht ist eine nicht zu warme Fensterbank ohne Heizung, dafür mit voller Sonneneinstrahlung. Sollen sie im Gewächshaus wachsen, reicht ein wärmendes Flies für die letzten kalten Tage, ins Freiland dürfen sie aber erst nach den Eisheiligen, wenn es nachts keine kalten Temperaturen mehr hat.

► Lesen Sie hier alles übers Tomaten pflanzen – im Garten, Balkon oder auf der Fensterbank.

Was viele nicht wissen: Tomaten sind relativ anspruchslose Gewächse, die sich sogar in der Wohnung anbauen lassen. Eine große Fensterbank mit viel Sonnenlicht, ausreichend große Töpfe und eine Stützhilfe für Pflanzen reichen aus, um bis spät in den Herbst hinein Freude an den Tomaten zu haben.

Tomaten auf der Fensterbank groß ziehen

Direktsaat von Gemüse und Salat

Der meiste Salat und einiges vom Gemüse kann auch direkt in den Boden gesät werden, so spart man sich den Platz für die Anzucht und die Arbeit des Pikierens. Je nach Region und Wetter fängt man damit schon ab Ende März bzw. Anfang April an. Um den ganzen Sommer über frische Salat Rezepte zubereiten zu können, sät man einfach alle 14 Tage ein paar Reihen nach. Salat braucht ca. 10-14 Tage zum Keimen und nach weiteren 8 bis 10 Wochen ist der Salatkopf bereit zur Ernte. Auch Radieschen und Rettich kommen direkt in die Bete, denn sie vertragen auch kalte Temperaturen bei der Anzucht.

Bodenbearbeitung im Frühjahr

Doch als erstes müssen die Beete im Gemüsegarten vorbereitet werden. Altes Pflanzenmaterial, Unkraut bzw. Beikraut, Steine und alles was sich über den Winter dort angesammelt hat muss raus. Danach bekommt der Boden eine Frühjahrskur aus Kompost oder natürlichem Pflanzendünger und eine Dusche mit Schachtelhalmbrühe, die für starkes Pflanzenwachstum und Pflanzengesundheit sorgt.

Der ideale Boden für den Gemüseanbau ist leicht sauer und hat einen pH-Wert von 6-6,5. Am besten eignen sich Mischböden aus Lehm und Sand, die einen ausreichenden Humusgehalt haben. Handelsübliche BIO Blumenerde oder BIO Gemüseerde wird oft billig in den großen Gartendiscountern angeboten. Grundsätzlich ist diese Erde gar nicht so schlecht für Gemüse, das auf dem Balkon in Topfkultur angebaut werden soll. Wichtig ist, dass die Erde ausreichend locker und gut durchlässig ist, aber dennoch ausreichend Wasser speichert. Bei BIO Erde sind auch die Inhaltsstoffe meistens nicht bedenklich und schaden weder dem Gemüse, noch dem, der es essen möchte.

Tipp: auf den Kauf von torfhaltiger Erde verzichten, denn für Torf werden die Hochmoore abgebaut. Dadurch wird nicht nur der Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere gefährdet, die Moore gelten auch als CO2 Speicher, die der Abbau zerstört und das Treibhausgas freisetzt.

Und Ostern steht vor der Tür

An den Obstbäumen im Garten zeigen sich die ersten Knospen, noch klein und fest verschlossen. Wir haben gelernt, dass sich die Blüten der jungen Zweige im Haus innerhalb weniger Wochen öffnen und anfangen wunderschön zu blühen. Also schneiden wir jetzt schon den Osterstrauch und stellen ihn in den kühlen Vorraum.

Passend zum Osterfest fangen auch unsere Hühner wieder an fleissig Eier zu legen. Die bunte Truppe verschiedener Rassen legt nicht nur die klassisch hellbraunen und weißen Eier, sondern auch schokoladenbraune, olivgrüne und sogar hellblaue Eier. So haben wir unsere Ostereier ohne großes Zutun in den schönsten Farben und für gelbe bzw. rote Eier, haben wir ein paar Tricks, um sie auf natürliche Weise zu färben.

Ostereier natürlich färben
klassisches Ostergebäck selber machen

Für Ostern werden jedes Jahr beim Schäfer im Nachbardorf die Lämmer geschlachtet. Da wir zu besonderen Anlässen auch Fleisch essen, dieses aber nicht im Supermarkt kaufen wollen, ist es die beste Gelegenheit den Osterlamm Braten zu besorgen. Da es direkt vom Schäfer meistens keine einzelnen Bratenstücke gibt, sondern nur halbe bzw. ganze Lämmer, versorgen wir uns so gleich fürs ganze Jahr mit feinem Lammfleisch. Aus den vielen kleinen Stücken, wie den Vorderläufen und dem Nacken, machen wir köstlichen Lammeintopf oder ein echtes, arabisches Lamm Curry. Die Keulen sind der perfekte Lammkeulen Braten und das Lammfilet heben wir uns bis zum Schluss auf und essen es als kurzgebratenes Lammsteak.

► die besten Lamm Rezepte
► die besten Osterbraten Rezepte

Die Selbstversorgung mit Fleisch führt uns immer wieder vor Augen, wie wertvoll das Lebensmittel Fleisch ist. Anstatt in den Supermarkt zu gehen und dort wie selbstverständlich einen Braten zu kaufen, wissen wir, dass für unseren Fleischgenuss ein Tier geschlachtet wird. Um so bewusster sind wir in unserem Fleischkonsum und beschränken uns auf einen seltenen Sonntagsbraten.

Doch genug geredet, den Biobauern ruft die Arbeit und er muss in den Garten!

Selbstversorgung und Rezepte im Frühjahr

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