Tomaten pflanzen im Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank

Alles rund ums Tomaten pflanzen: von Samenauswahl, Aussäen, Pflanzen und dem Ernten der eigenen Tomaten!

Das Tomaten pflanzen ist uns jedes Jahr eine besondere Freude, denn so haben wir immer eine abwechslungsreiche Palette herrlicher Pflanzen im Gewächshaus und im Garten, die uns von Juli bis in den Oktober mit bunten Tomaten versorgen. Unsere Tomaten Samen ziehen wir entweder von alten Sorten selber oder wir besorgen uns aus aller Welt seltene Raritäten.

Tomaten pflanzen aus eigenem Samen

Wenn man mal eine besonders schmackhafte, bzw. farbenfrohe oder formschöne Tomate auf dem Teller hat, kann man das Saatgut ganz leicht davon selber nehmen. Mit einem kleinen Löffel oder der Messerspitze werden die Samen aus dem glibberigen Innern der Tomaten gekratzt und in ein Glas gegeben. Aufgefüllt mit kaltem Wasser, lösen sich die Samen aus dem sie schützenden Glibber und sinken zu Boden. Jetzt gießt man vorsichtig das Wasser ab und streicht die Samen auf ein Küchenpapier. Dort können sie trocknen und im Anschluß mitsamt dem Küchentuch an einem trockenen und dunklen Ort gelagert werden. Vor der Aussaat wässern wir die Samen über Nacht in einem milden Kamillentee. Haben sich die Samen vollgesaugt, keimen sie besser und die Kamille desinfiziert den Samen und gibt ihm Power.

Tomatensamen pflanzen zum richtigen Zeitpunkt

Im nächsten Frühjahr schneidet man aus dem Küchenpapier die einzelnen Samen aus und legt die kleinen Schnipsel mit je einem Samen auf feuchte Erde. Bedeckt wird das Ganze mit einer dünnen Schicht aus Anzuchterde und Sand, die den Samen nur etwa 2 mm bedecken soll. Im Fachhandel gibt es einen spezielles Vermicult Granulat, das wie feine goldfarbene Flocken aussieht. Es speichert besonders gut die Feuchtigkeit und sorgt für Lichtrefelexion, was dem Samen beim keimen hilft.

Wichtig: verwenden Sie keine Gartenerde für die Anzucht, denn in ihr stecken natürliche Bodenbakterien, die die zarten Tomatentriebe meistens nicht verkraften. Folge ist ein Verkümmern der wenige Tage alten Pflanzen. Gekaufte Aussaat-Erde ist nahezu keimfrei und dadurch weit besser geeignet.

Wir beginnen mit der Aussaat unserer Tomaten nicht vor Mitte März, da die Pflänzchen am Anfang einen enromen Lichtbedarf haben, der vom natürlichen Tageslicht sonst nicht gedeckt wird. Sät man zu früh aus, strecken sich die jungen Pflanzentriebe auf der Suche nach Licht zu sehr gen Himmel und die Pflänzchen entwickeln lange, dünne Triebe, die schwach und anfällig sind.

Da die Samen mindestens 18 Grad, besser 20-25 Grad, zum keimen brauchen, stehen sie bei uns auf der sonnigen Fensterbank und bekommen nachts ein bisschen Heizungswärme. Nach etwa 10 Tagen sprießen aus den Samen kleine grüne Spitzen und nach weiteren 2-3 Tagen öffnen sich diese zu den 2 Keimblättern. Nach weiteren 3-4 Tagen sieht man die ersten richtigen Blätter, die die für Tomaten typische gezackelte Form haben.

Tomaten pflanzen und Pikieren

Werden die Tomatensamen nicht in einzelnen, kleinen Anzuchttöpfen gezogen, sondern in einer großen Schale, müssen sie nach dem Austrieb pikiert werden. Pikieren heißt, dass die einzelnen Pflänzchen vorsichtig aus dem gemeinsamen Erd-Bett geholt werden, um in einen eigenen Topf umgepflanzt zu werden. Man wartete mit dem Pikieren ca. 3 Wochen nach dem Austrieb, bis die ersten echten Laubblätter der Tomatenpflänzchen voll entwickelt sind. Jetzt sind die Pflänzchen kräftig genug, um das Umpflanzen zu verkraften. Am besten benutzt man einen sogenannten Pikierstab oder die Rückseite eines Bleistiftes, um die Pflänzchen aus der Anzuchtschale zu ziehen.

Die einzelnen Tomaten setzt man in ein tiefes Loch, in dem bis zu die Hälfte des Stiels verschwindet, und drückt die Erde vorsichtig an. So entwickelt die kleine Tomate kräftige Wurzeln und wächst besser. Mit dem ersten Düngen muss man jetzt mindestens 1-2 Wochen warten, denn die feinen Haarwurzeln der Pflänzchen werden durch das Pikieren geschädigt und müssen sich erst erholen.

Tomaten pflanzen zum richtigen Zeitpunkt bzw. am richtigen Standort

Je nach Standort und natürlich entsprechend dem Wetter und den Sommertemperaturen, brauchen Tomaten etwas kürzer oder länger, bis sie Früchte entwickeln. Grundsätzlich kann man sagen: je wärmer und heller die Pflanzen stehen, um so früher und reicher wird die Ernte. Wir graben für unsere Tomaten ein tiefes Loch, in dem sie bis knapp zur Hälfte des Stiels verschwinden, denn aus dem Stiel wachsen so weitere Wurzeln und das kräftigt die Pflanzen.

Tipp: Tomaten auf der Fensterbank pflanzen

Tomaten pflanzen und düngen

Tomaten sind Starkzehrer, das heißt, dass sie viel Kompost und organischen Dünger brauchen, um ihre Früchte zu entwickeln. Am besten gibt man Mist und Kompost mit ins Beet, aber auch selbst gemachter Brennnessel Dünger ist bestens geeignet, denn Brennnesseln enthalten viel Stickstoff und das brauchen die Tomaten.

Wir geben ins Pflanzloch immer eine Handvoll geschnittene Brennnesseln zur Grundversorgung mit Stickstoff und (da wir Schafe haben) einen kleinen Knäuel frischer Schafwolle. Leider kann man hierfür keine Wolle aus dem Strickwarenladen nehmen, denn diese ist bereits maschinell bearbeitet worden, wer aber einen Schäfer oder Schafhalter kennt, kann sich von der Schafschur frische Wolle besorgen. In einem luftigen Stoffsack aufbewahrt, hält sich diese mehrere Jahre. Alternativ gibt es im Pflanzenhandel Haarmehl-Pellets, die man nach dem Pflanzen als Dünger ins Erdreich einbringt. Unser Nachbar geht im Frühjahr immer angeln und schwört auf seine Fischabfälle im Pflanzloch der Tomaten. Ebenfalls ein natürlicher Dünger, den man (wenn man gerne Fisch ist) aus der eigenen Küche kriegen kann.

Auch sollte zwischen den einzelnen Tomatenpflanzen ein großzügiger Abstand eingehalten werden, damit die Pflanzen genug Freiraum haben und sich optimal mit den Nährstoffen des Bodens versorgen können. Auch die gute Durchlüftung, die so gewährleistet wird, sorgt für gesunde und kräftige Pflanzen. Stehen die Tomaten zu eng, können sie leichter Braunfäule und andere Krankheiten bekommen, was in den meisten Fällen zu einem Totalausfall führen würde.

Nach dem Auspflanzen muss kräftig angegossen werden und dann heißt es pflegen und warten, bis im Juli die ersten Früchte ausreifen.

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