Hunger auf Fleisch – Folgen des Fleisch Konsums

Auf der ganzen Welt wird der Hunger nach Fleisch stetig größer. In den letzten 40 Jahren hat sich die Fleischproduktion in etwa verdreifacht. Allein jeder Deutsche verzehrt jährlich ca. 61 kg Fleisch. Kann ein derart hoher Konsum ohne Folgen für die Umwelt bleiben?

Diese Frage muss deutlich verneint werden. Der hohe Fleischverzehr geht mit diversen umweltbezogenen und sozialen Folgen einher, die weitreichender und komplexer sind, als man vielleicht auf den ersten Blick vermuten mag.

Fleisch essen und Flächen verschlingen

Der hohe Fleischverzehr hat einen enormen Flächenbedarf für die Tierhaltung und den Anbau von Futtermitteln. Weltweit werden ganze 80 % aller landwirtschaftlich nutzbaren Flächen für die Tierhaltung gebraucht. Um die immer größer werdende Nachfrage nach Weideland sättigen zu können, werden riesige Waldflächen, insbesondere der Regelwald im Amazonasgebiet, gerodet, was die Zerstörung ganzer Ökosysteme und das Vorantreiben des Klimawandels zur Folge hat.

Ähnliche Komplikationen ergeben sich bei dem großen Bedarf nach Anbauflächen für Soja. Soja stellt heutzutage sowohl in Deutschland, als auch weltweit, eines der zentralsten Futtermittel dar. Der Großteil des in Deutschland verfütterten Sojas wird importiert, zum Großteil aus Südamerika. Auch dort werden zugunsten des Anbaus Wälder gerodet und Lebensräume zerstört. Hinzu kommt die Problematik, dass immer mehr Flächen für die Futterproduktion verwendet werden, die eigentlich für den Anbau von Nahrung für die Menschen selbst nötig wären. Damit wird auch die Nahrungsversorgung weiter Teile der Weltbevölkerung gefährdet.

CO2-Ausstoß und Ressourcenverbrauch

Die Fleischproduktion und dessen Verarbeitung sind extrem energie-und ressourcenintensiv. Angefangen beim Futter, was häufig über weite Wege nach Deutschland importiert wird, über die Energieversorgung der Tierfarmen, die Viehtransporte von den Farmen zu den Schlachthöfen, und die Weiterverarbeitung: all diese Aspekte sind mit einem immensen Energieaufwand und somit auch mit einem enormen CO2-Ausstoß verbunden, der die Umwelt durchaus belastet.

Die intensive Rinderhaltung schadet der Umwelt zusätzlich. Da die muhenden Wiederkäuer durch ihre Verdauung Methan produzieren. Methan ist ein Treibhausgas, das unsere Atmosphäre erwärmt und den Klimawandel fördert. Insgesamt werden weltweit alarmierende 18 % der Treibhausemissionen durch die Viehwirtschaft verursacht, Tendenz steigend.

Nicht zu vergessen ist außerdem, dass die Fleischproduktion und die Verarbeitung mit einem erheblichen Wasserverbrauch verbunden sind. Schätzungen der Organisation PETA zufolge werden für die Produktion eines einzelnen Steaks etwa 4000 Liter Wasser benötigt. Eine gewaltige Menge, die besonders im Hinblick auf die weltweit schwindenden Wasserressourcen bedenklich ist.

Fazit – Weniger und besseres Fleisch essen

Sollte man vor dem Hintergrund all dieser Informationen Fleisch nun komplett vom Speiseplan verbannen und zum Vegetarismus konvertieren? Wem dieser Schritt zu drastisch erscheint, kann trotzdem einfache Schritte unternehmen, um die Umweltbelastung durch seinen Fleisch Konsum einzudämmen.

Der erste und einfachste Schritt ist eine Reduktion des Fleischverzehrs. Kann man beispielsweise auf nur 1 Kilogramm Rindfleisch verzichten, spart man in etwa so viel CO2 ein, wie man auf einer 250 Kilometer langen Autofahrt verbrauchen würde. Insgesamt könnte der gesamte Ausstoß von Treibhausgasen durch weniger Fleischkonsum um bis zu 15 % reduziert werden. Ein geringerer Fleischkonsum steht auch im Einklang mit den Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für gesunde Ernährung (DGE). Diese rät zu einer vorwiegend pflanzenorientierten Ernährung mit einem wöchentlichen Fleischanteil von lediglich 300-600 g pro Person. Pro Jahr ergibt sich somit eine empfohlene Menge von 24 kg, was fast nur ein Drittel der gegenwärtig im Durchschnitt verzehrten Menge wäre.

Gleichzeitig ist es auch hilfreich, auf nachhaltig und ökologisch produziertes Fleisch zu setzen. Dieses stammt nicht nur von glücklicheren Tieren. Auch Soja findet in der ökologischen Erzeugung weniger Verwendung. Zudem mussten für Biofleisch, was bestenfalls aus der eigenen Region stammt und durch kurze Transportwege noch weniger CO2 freigesetzt hat, in der Regel keine Regenwälder weichen.
Kurzum: Fleisch darf weiterhin auf dem Teller landen, allerdings besser nur selten und auch nur, wenn es nachhaltig produziert wurde.

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