Woher kommt unsere Milch?

Viele Milch Liebhaber können sich ihren Tag ohne das weiße Power Getränk wohl kaum mehr vorstellen – egal, ob im morgendlichen Müsli oder lecker aufgeschäumt im Nachmittags-Cappuccino. Die Frage nach der Herkunft und den Produktionsbedingungen der Milch wird hingegen weniger oft gestellt. Höchste Zeit, sich damit auseinanderzusetzen und wichtige Vergleiche anzustellen! 

Bio Milch: der feine Unterschied

Die erste Frage, die sich viele Verbraucher beim Kauf von Milch stellen, dreht sich um die Bio Kennzeichnung. Bio Milch kostet nicht selten fast doppelt so viel wie das herkömmlich produzierte Produkt. Lohnt sich diese Investition? Bei der Antwort auf diese Frage muss man genauer hinschauen, da die Unterschiede zwischen herkömmlicher und Bio Milch weit über die unterschiedlichen Standards bei der Tierhaltung hinausgehen.

Bio Kühe: eine artgerechtere Haltung

Milchkühe in Biobetrieben erfahren grundsätzlich eine artgerechtere Haltung als jene auf konventionellen Höfen. Die ökologische Tierhaltung beinhaltet Vorschriften bezüglich Einstreu, ausreichend Bewegungsraum, Tageslicht, Kontakt mit Artgenossen sowie regelmäßigen Weidegang. Kühe in Betrieben, die mit dem EU-Biosiegel zertifiziert sind, dürfen im Stall nicht angebunden sein, haben eine Stallfläche von 6 Quadratmetern, und eine Außenfläche von 8 Quadratmetern zur Verfügung. Andere Biosiegel, wie Demeter, Naturland und Bioland, gehen sogar noch weiter, und verbieten unter anderem Kuhtrainer (eine Apparatur, die Kühe durch Stromschläge animiert, in die Mistgasse zu koten), Enthornung oder genetisch hornlos gezüchtete Milchkühe.

Ökologische Fütterung: gentechnikfrei und umweltfreundlich

In Biobetrieben darf den Tieren ausschließlich gentechnikfreies Futter verabreicht werden. Dies kommt dem Verbraucher zugute, da die Effekte von genetisch modifizierten Lebensmitteln auf den menschlichen Körper bisher schwer abschätzbar sind und in der Forschung bereits mit Allergien und erhöhtem Krebsrisiko assoziiert wurden. Überdies muss das Futter für die Milchkühe aus ökologischer Erzeugung stammen. Da in der ökologischen Landwirtschaft auf Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden gearbeitet wird, kann die vom hohen Methanausstoß der Kühe her eher schlechte Klimabilanz der Milch Produktion zumindest etwas abgemildert werden.

Zusatzstoffe: Was landet sonst noch in der Milch?

Bio Milch kann auch die bessere Wahl für jene Konsumenten darstellen, die nach einer möglichst „cleanen“, also reinen Ernährung mit möglichst wenig Zusatzstoffen streben. Grundsätzlich ist in der konventionellen Lebensmittelherstellung gemäß EU-Vorschrift die Zugabe von stolzen 316 Zusatzstoffen erlaubt, während die EU-Öko-Verordnung lediglich 49 billigt. Überdies beinhalten Stoffe, die definitiv nicht in der Bio Milch landen, synthetische Vitamine und künstliche bzw. naturidentische Aromen.

Ist Bio Milch gesünder?

Studien zeigen, dass Bio Milch tatsächlich gesünder ist, als jene aus herkömmlicher Produktion. In der Bio Milch ist eine höhere Konzentration an gesunden Omega 3 Fettsäuren zu finden, die unter anderem positive Effekte auf den Blutfluss und das Gehirn haben, entzündungshemmend wirken und protektiv bei Herz Kreislauf Erkrankungen sind. Die höhere Omega 3 Konzentration lässt sich auf den höheren Grasanteil in der Fütterung von ökologisch gehaltenen Kühen zurückführen, der besonders durch den regelmäßigen Weidegang gefördert wird.

Fazit: Worauf sollte man achten?

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Milch aus ökologischer Erzeugung sowohl Vorteile für den menschlichen Körper, den Planeten, sowie die Lebensqualität der Milchkühe selber hat.

Laut der Umfrage „Ökobarometer“ spielt eine artgerechtere Tierhaltung, die wichtigste Rolle, wenn sich Konsumenten für den Kauf der teureren Bio Milch entscheiden. Hierbei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass verschiedene Biosiegel auch unterschiedlich hohe Ansprüche an die Tierhaltung haben. Das EU-Biosiegel stellt weitaus schwächere Anforderungen, als z.B. Demeter, Naturland oder Bioland sie stellen. Wer sich hundertprozentig sicher sein möchte, dass seine Milch im Müsli von einer glücklichen Kuh stammt, kann idealerweise direkt im Hofladen beim Bauern seiner Vertrauens einkaufen. Hofläden bieten auch häufig unhomogenisierte Milch an, die einen niedrigeren Verarbeitungsgrad aufweist und von vielen Milchliebhabern bezüglich Konsistenz und Geschmack bevorzugt wird.

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