Regionale Lebensmittel – Was bringt’s?

Der Begriff „regional“ in Verbindung mit Lebensmitteln hat sich in der letzten Zeit immer stärker zu einem Trend entwickelt. Dabei ist das Kaufen regionaler Produkte viel mehr als eine begrüßenswerte Modeerscheinung und bringt vielerlei Vorteile für den Verbraucher, die Umwelt und die regionalen Erzeuger mit sich. Zeit, sich einen Überblick zu verschaffen.

Die Deutschen gelten beim Kauf von Lebensmitteln als eher knauserig. Dennoch sind laut Umfragen etwa 75 % der Deutschen gewillt, für regionale Lebensmittel einen Aufpreis zu zahlen, und die Nachfrage nach den selbigen steigt stetig. Eine rundum positive Entwicklung, wenn man die vielschichtigen positiven Aspekte, die mit Regionalität verbunden sind, betrachtet.

Vorteile für den Verbraucher

Regionale Produkte gelangen auf kurzen Transportwegen in die Verkaufsregale. Dadurch sind diese Lebensmittel, wenn sie beim Verbraucher ankommen, oftmals frischer als jene, die mehrere 1000 Kilometer hinter sich bringen mussten. Durch die größere Frische werden in Obst und Gemüse nicht nur mehr wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine erhalten, was den Verzehr gesünder macht. Auch auf den Geschmack und mitunter auf die Konsistenz hat die Frische positive Auswirkungen.

Bei Fleisch aus der Region kann davon ausgegangen werden, dass die Tiere lediglich einen verhältnismäßig kurzen Weg zwischen Bauern- und Schlachthof zurücklegen mussten. Dies ist nicht nur aus ethischer Sicht sehr begrüßenswert. Die Tiere schütten dadurch zudem weniger Stresshormone aus, was der Zartheit und der Qualität des Fleisches zugute kommt.

Die Umwelt freut sich

Auch die Umwelt bedankt sich für die kurzen Transportwege, da so der CO2-Ausstoß reduziert und der Klimaschutz vorangetrieben werden kann. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass regionale Produkte gleichzeitig auch automatisch saisonale Produkte sind (hier geht es zu unserem Saisonkalender).

Geerntet, produziert und verkauft wird schließlich nur, was in einer bestimmten Jahreszeit in der eigenen Region wächst. Auch durch den Kauf saisonaler Produkte fördert man die Umwelt, da so auf Lebensmittel, die aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit vor Ort mitunter auf dem Luftweg geliefert werden müssen, verzichtet wird.

Stärkung der Region

Durch das Kaufen regionaler Produkte wird zusätzlich die Konjunktur der eigenen Region gestärkt, da auf diese Weise direkt dort ansässige Bauern unterstützt werden. Regionale Produkte erzielen in der Regel bessere Preise, was eine faire Bezahlung der Bauern, nachhaltiges wirtschaften und einen Erhalt der Betriebe ermöglicht. So kann man auch die Sicherung und das Schaffen von Arbeitsplätzen begünstigen. Darüberhinaus sollte auch der kulturelle Wert der Unterstützung von Bauern in der Region nicht unterschätzt werden. Mit dem Erhalt heimischer Betriebe werden auch spezielle handwerkliche Fähigkeiten und Kenntnisse und damit wichtige Bestandteile der Kulturlandschaft am Leben gehalten.

Kennzeichnung: Wie kann man sich sicher sein?

So edel die Intention beim Kaufen regionaler Produkte sein mag, so undurchsichtig und dreist sind teilweise die Produktbeschriftungen und Marketingstrategien, die mit dem großen Begriff der Regionalität werben. Bei einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hessen war beispielsweise bei 42 von 50 als regional beworbenen Produkten deren Herkunft nicht nachvollziehbar. Daher sollte man immer kritisch hinterfragen, ob das als regional bezeichnete Lebensmittel auch tatsächlich aus der Region stammt. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung stellt das erste bundesweite Regional-Siegel „Regionalfenster“ dar, das seit 2014 existiert. Lebensmittel, die mit dem blau-weißen Etikett versehen sind, müssen klare Kriterien erfüllen.

Auch wenn Kritiker bei diesen Bedarf zur Nachbesserung sehen, bietet das Siegel für den Verbraucher einen transparenten Anhaltspunkt für die Herkunft. Wer komplett auf Nummer sicher gehen will, geht am besten im Hofladen oder auf dem Bauernmarkt einkaufen. Hier ist die Regionalität der Produkte in jedem Fall sichergestellt und man kann sich gegebenenfalls sogar noch über weitere Produktionsbedingungen, wie den Einsatz von Pestiziden oder die Tierhaltung informieren.

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