Spargel Saison – Folienspargel und beheizte Äcker

Anfang März, winterliche Temperaturen, Schnee weit und breit, die Mütze tief in die Stirn gezogen, und man traut seinen Augen nicht: die Spargel Saison hat schon begonnen! Auf dem Viktualienmarkt in München wird der erste bayrische Spargel angeboten, frisch gestochen, für rekordverdächtige 39 Euro das Kilo.

Bekanntlich beginnt Spargel bei einer Bodentemperatur um 12 Grad langsam zu wachsen, so dass man, je nach Witterung, den ersten Spargel erst gegen Ende April ernten kann. Eine Sensation also, diese neue Schrobenhausener Sorte? Nein, beheizte Äcker machen`s möglich!

Gemüseanbau mit Fußbodenheizung

Beheizte Spargelfelder sind der Grund für heftige Diskussionen, denn während alle Welt über Atomausstieg, Energiesparen, Nachhaltigkeit und Klimaschutz redet, wächst dieser Spargel auf beheizten Feldern. Der Spargelhof Lohner baut auf 12 Hektar Spargel an – auf Feldern, die von Schläuchen durchzogen sind, durch die warmes Wasser fließt, das mittels einer Hackschnitzelanlage beheizt wird. Die Erde dieser Felder ist durchgehend temperiert, egal ob draußen Temperaturen unter Null sind und der Boden sonst noch gefroren wäre.

Spargelfeld in Südbaden

Die Spargel Saison fängt eigentlich erst Mitte oder Ende April an, doch mittlerweile kann man heimischen Spargel schon Anfang März kaufen. Über die neue Vorzüge der Spargel-Fussbodenheizung freut sich so mancher Verbraucher.

Luxusspargel für Luxuskonsumenten

Der Energieaufwand für Gemüse auf beheizten Feldern sei nicht gerechtfertigt, kritisieren die Experten – anders sei Spargel bei den in Deutschland herrschenden kalten Temperaturen aber nicht zu produzieren, entgegnet die Agrarwirtschaft. Dem Verbraucher scheint`s egal zu sein, er will nur endlich frischen Spargel haben.

Spargel gibt es zwar mittlerweile fast ganzjährig aus Griechenland, Spanien, Niederlande, Polen, Ungarn und Peru. Doch die Deutschen wollen Deutschen Spargel: 80% des Spargels, den sie essen, stammt aus Deutschem Anbau, und der Deutsche Spargelkonsum ist um mehr als 40% gestiegen in den letzten 10 Jahren.

Dass das ungeduldige Verlangen der Verbraucher nach frischem Spargel aus heimischen Landen dafür sorgt, dass unsere Spargelbauern eine Menge Energie wortwörtlich in den Sand setzen, ist traurig, aber wahr.

Quantität gegen Qualität

Der Spargelanbau unter Folie hat noch einen weiteren, spürbaren Nachteil, der eigentlich gegen ihn sprechen sollte. Unter der Folie wächst der Spargel viel schneller als üblich, doch durch die Zeitersparnis hat er auch weniger Gelegenheit, die Geschmacks gebenden Bitterstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Die Folge: er schmeckt fad und wässrig, das sagen zumindest viele Kenner, zum Beispiel Wolfram Siebeck.

Doch die Nachfrage bestimmt den Markt, ein Spruch, den wir seit einigen Jahren oft hören. Die Verbraucher wollen immer mehr und noch dazu immer früher im Jahr Spargel, und kosten soll er auch nichts. Also müssen die Spargelbauern reagieren: mehr Ertrag und günstigere Produktionswege, sonst lässt sich der Markt nicht mehr wie gewünscht bedienen.

Sonnenlicht sorgt für Vitamine und verändert die Farbe vom Spargel

Der Weiße Spargel (auch Bleichspargel genannt) ist heute der König unter den Spargeln. Er wächst bis zur Ernte unter der Erde, noch bevor er seinen Kopf raus streckt, wird er gestochen. Dadurch bleibt er rein weiß, enthält aber auch durch den Sonnenlicht-Mangel die wenigsten Vitamine. Spargel unter schwarzer Folie wächst völlig ohne Sonne.

Violett wird der Spargel, wenn er nicht sofort gestochen wird und aus der Erde raus wächst. Das Sonnenlicht verändert seine Farbe. Er ist etwas geschmacksintensiver und enthält mehr gute Inhaltsstoffe. Violetter Spargel ist ein sicheres Zeichen für einen Anbau ohne Folie.

gruener-spargel

Auch der grüne Spargel hat eigentlich seine Spargel Saison im Frühjahr – allerdings kann man ihn ganz jährig überall kaufen, denn das gesamte Angebot wird fast vollständig importiert.

Grüner Spargel ist wiederum eine andere Sorte. Grüner Spargel wird nicht unter Folie gezogen, er wächst oberhalb der Erde, wie grünes Gemüse. Er enthält die meisten Vitamine und Mineralstoffe und ist deshalb besonders gesund. Grüner Spargel ist eine perfekte Beilage, sein kräftiger Geschmack passt sowohl zu Pasta und Reisgerichten, aber auch zu Fleisch- und Fischgerichten schmeckt er. Da er nicht geschält werden muss ist er eine beliebte Zutat.

Die traditionelle Spargel Saison

Welchen Spargel man sich wann kauft, und wie viel Geld man bereit ist, dafür auszugeben, entscheidet letztlich jeder beim Einkauf selber. Die traditionelle Spargel Saison ist abhängig von Region und Witterung, etwa von Ende April bis 24. Juni an Johanni. Danach wird der Spargel offiziell nicht mehr gestochen, um der Pflanze genügend Möglichkeit zur Regeneration zu geben.

Hier finden Sie Rezeptideen und Anregungen rund um das Thema Spargel:

 

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